Sinnhaftigkeit bzw. Sinnlosigkeit von Aquarienfiltern ...

Hallo ,
Hier mal 2 aktuelle Fotos von meinem filterlosem 450 Liter Becken.
mfg. Paul
 

Anhänge

  • WhatsApp Image 2025-03-21 at 12.13.05.jpeg
    WhatsApp Image 2025-03-21 at 12.13.05.jpeg
    423,7 KB · Aufrufe: 116
  • WhatsApp Image 2025-03-21 at 12.13.05 (1).jpeg
    WhatsApp Image 2025-03-21 at 12.13.05 (1).jpeg
    392,7 KB · Aufrufe: 115
'Nabend alle zusammen!

Bitte seht es mir nach, dass ich nicht den kompletten Thread gelesen habe und trotzdem meinen Senf dazu geben.
Die ursprüngliche Frage war ja, wie sinnvoll bzw. -los eine Filterung ist.
Ich wage zu behaupten, dass sie in schwach bis mäßig besetzten Becken nicht notwendig ist, da im Becken ohnehin eine ausreichend große Oberfläche (Pflanzen, Scheiben, Kies, Deko etc.) mit Bakterien besiedelt ist.
Ich wollte es damals nicht glauben als mir eine Aquarienfreundin ihre komplett ohne Filter betriebenen Becken mit üppigem Pflanzenwuchs und glücklichen Fischen, Garnelen und Krebsen zeigte.
Ich habe es daraufhin auch probiert und in meinem 60 cm–Becken, mit dem ich aufgrund des schlechten Pflanzenwuchses unglücklich war, den Filter entfernt. Es folgte daraufhin eine Art zweite Einfahrphase mit etwas Nitrit, die nach ca. zwei Wochen aber auch wieder vorbei war.
Danach hat sich das Pflanzenwachstum deutlich verbessert und Nitrit und Nitrat waren nicht mehr messbar.
Ich habe anschließend nur noch Becken ohne Filter eingerichtet und nie irgendwelche Nachteile bemerkt.
Ich denke, ein großer Vorteil ohne Filter ist, dass durch die sehr geringe Wasserbewegung weniger CO2 ausgetrieben wird, was zu besserem Pflanzenwachstum und dadurch zu weniger Nitrat im Wasser führt. Es könnte aber auch etwas mit dem Stickstoffkreislauf zu tun haben. Eventuell bleiben in Becken ohne zusätzliche Filterung der ausgeschiedene Harnstoff und sein erstes Abbauprodukt Ammonium / Ammoniak länger im Wasser. Diese beiden Stickstoffformen können von Pflanzen effizienter verstoffwechselt werden als Nitrat und werden daher möglicherweise (je nach Pflanzenart) bevorzugt aufgenommen, was im Endeffekt zu weniger Nitrat im Wasser führt.
Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich in keinem meiner Becken eine zusätzliche CO2–Zufuhr hatte. Wie ein Becken ohne Filter und CO2 im Vergleich zu einem Becken mit CO2 läuft, hab ich nie getestet, wäre aber definitv interessant.
Ich hatte ohne Filter außerdem irgendwie den (möglicherweise subjektiven) Eindruck, dass die Fische und Garnelen weniger gestresst waren.

LG Dario
 
Ich weiss nicht

Geringfilterung ist das Eine, aber sobald Tiere in entsprechender Zahl mit im Becken sind, bekomme ich Bauchweh bei dem Gedanken, dass das Wasser nicht aktiv durchströmt wird.

Viel Pflanzen und vernachlässigbarer Tierbesatz (wie macht man das fest?) mag funktionieren, und reines Schneckenbecken mit Sicherheit, aber sobald Garnelen oder Fische ins Spiel kommen... ne, riskiere ich nicht - v. a. Nachts und v. a. dann im Sommer hätte ich Angst wg Sauerstoffmangel.
 
Hey Brigitte,

ich kann deine Skepsis gut nachvollziehen. Das ist wahrscheinlich etwas, das man selbst gesehen bzw. ausprobiert haben muss.
Mein am dichtesten besetzes Becken damals war wahrscheinlich das Guppy-Becken. Nur Endler–Guppys, Najas guadalupensis und Bodengrund. Und die Viecher vermehren sich natürlich wie bekloppt. Trotzdem habe ich nie Probleme gehabt.
Das ist eigentlich auch gar nicht so verwunderlich, denn der Großteil der Fische, die wir im Aquarium haben, kommt aus Tieflandgewässern, d.h. stehende oder nur langsam fließende Gewässer, die nicht selten warm und flach, d.h. von Natur aus eher sauerstoffarm sind, vor allem im Uferbereich.
Nicht umsonst gibt's ja bei verschiedenen Fischen Anpassungen an sauerstoffarmes Wasser, z.B. bei Labyrinthfischen oder Corydoras.
Ob die Sauerstoffsättigung nun nachts in einem Becken mit oder ohne Filter / Pumpe höher ist, müsste man mal messen. Denn Sauerstoff wird ja ebenso aus dem Wasser ausgetrieben wie CO2, d.h. es könnte sein, dass in einem Becken ohne Wasserbewegung über Nacht mehr von dem Sauerstoff, den die Pflanzen tagsüber produziert haben, erhalten bleibt als in einem Becken mit Pumpe. Und natürlich spielen auch noch andere Faktoren eine Rolle, z.B. wie dicht das Becken bepflanzt ist und wie viele Schnecken, Garnelen und Fische sich insgesamt darin tummeln.
Ich hatte wie gesagt nie Probleme, habe aber z.B. auch darauf geachtet, die Oberfläche nicht durch Schwimmpflanzen zu versiegeln, damit immer ein Gasaustausch gewährleistet ist.
 
Hallo Namenloser,
Denn Sauerstoff wird ja ebenso aus dem Wasser ausgetrieben wie CO2, d.h. es
Oh mann was für ein Vergleich.
Bei der Belüftung wird nur soweit "ausgetrieben" bis sich das Gasgleichgewicht eingestellt hat.
CO2 - Gehalt der Luft ist 0,032%
O2 - Gehalt 20,94%

Merkst den Unterschied?
Bei Belüftung kann niemals so viel Sauerstoff "ausgetragen" werden um zu einem Sauerstoffmangel zu kommen.
 
Hallo Erwin,

als Biologe weiß ich wieviel Sauerstoff und CO2 die Atmosphäre enthält und dass sich hieraus unterschiedliche Partialdrücke und dadurch auch unterschiedliche Sauerstoff– bzw. CO2–Konzentrationen im Wasser ergeben, wenn sich diese nur aufgrund von Diffusion aus der Atmosphäre einstellen.
Will man nun mehr CO2 im Wasser haben, greift man zu einem Diffusor, über den man reines CO2 zuführt.
Was Pflanzen tagsüber bei der Photosynthese machen, ist im Prinzip genau dasselbe, denn sie geben nicht etwa Luft ab, sondern reinen Sauerstoff, der sofort vom Wasser aufgenommen wird. Bläschen bilden sich nur dann, wenn mehr Sauerstoff abgegeben wird als das Wasser aufnehmen kann, z.B. durch eine hohe Photosyntheserate oder weil das Wasser um die Blätter schon eine relativ hohe Sauerstoffsättigung aufweist.
Daher meine Überlegung, dass es durchaus möglich wäre, nur durch Photosynthese eine höhere Sauerstoffsättigung als durch mechanische Umwälzung / Belüftung zu erzielen. Sollte dies ein Physiker mitlesen, könnte er oder sie ja vielleicht etwas dazu sagen.
Dass es bei mechanischer Belüftung zu einem Sauerstoffmangel kommen könnte, habe ich nie gesagt. Das wäre ja auch völliger Quatsch.

Liebe Grüße
Dario
 
Ich denke, ein großer Vorteil ohne Filter ist, dass durch die sehr geringe Wasserbewegung weniger CO2 ausgetrieben wird, was zu besserem Pflanzenwachstum und dadurch zu weniger Nitrat im Wasser führt.
Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich in keinem meiner Becken eine zusätzliche CO2–Zufuhr hatte.
Ich hatte ohne Filter außerdem irgendwie den (möglicherweise subjektiven) Eindruck, dass die Fische und Garnelen weniger gestresst waren.

LG Dario
Dario für Becken ohne CO2 Zufuhr unterschreibe ich das insofern, als dass eine sehr geringe Oberflächenströmung hier hilfreich ist, was den CO2 Gehalt betrifft. Früher war das ja Gang und Gäbe, aber heute, wo sehr viele CO2 Anlagen betreiben, ist das nicht mehr das große Thema. Gleichzeitig war in diesen Becken aber auch der O2 Gehalt oft niedrig. Beides ging einher: niedriger CO2 Gehalt, niedriger O2 Gehalt. Fand man gut, von wegen Redoxspannung... . Wenn ich überlege wie oft früher die Corys nach oben kamen zum Luft holen und heute so gut wie gar nicht mehr. Das hat sich doch alles in der Breite grundlegend geändert und ich finde das auch gut so.
Natürlich frisst der Filter Dünger. Dem kann man aber begegnen, indem man nicht groß dimensioniert, wenig biologisch filtert und vor allen Dingen danach schaut, dass man die Medien regelmäßig reinigt. Ich habe es letztes Wochenende gehabt und mich geärgert über mich selber. letzter Filterschwamm ganz unten 7 Monate nix gemacht. Es kam beim Ausdrücken rostbraune Brühe raus an Stelle der dunklen, nach Wald riechenden. Brauche da gar nicht Fe zu messen von der Plörre um zu wissen, was hier passiert ist. Das sind die Probleme, und die sind hausgemacht.
Kann man ohne Filter vermeiden, da landet es aber vlt. im BG. Was passiert, wenn Dir im Urlaub mal ein größerer Fisch verstirbt - backup Filter gibt es nicht?
Es geht aber alles. Schau Dir mal die You-Touber an mit ihren riesigen Aussenfiltern, voll mit Matrix. Und den Pflanzenwuchs dazu. Meins ist das nicht, aber ich anerkenne, dass es auch ganz anders sehr gut geht.

Gruß
Frank
 
Zuletzt bearbeitet:
Hei, wichtig ist, das alle Komponenten zum angewandten System passt. Dann ist alles ok.
Urlaub ist immer ein Ausnahmezustand.
Es kann so viel in der Zeit passieren, wenn man weg ist.
Und wenn man an alles gedacht und vorgebeugt hat, passiert garantiert dass, an das man nicht gedacht hat..Murphys law...
is halt so.
Am Besten hat man einen Fischsitter, in der Zeit, der alles bedienen kann.
Und wenn der nur kommt und schaut, das alles läuft. Muß nichtmal füttern.
Kein Futter macht auch keinen Ärger.
Und Futterautomaten sind ganz schlecht.
Wenn die Fische nicht fressen, warum auch immer, haut das Ding immer eifrig weiter Futter rein...boanee, das geht schief...
VG Monika
 
Hey,

Ich denke, ein großer Vorteil ohne Filter ist, dass durch die sehr geringe Wasserbewegung weniger CO2 ausgetrieben wird, was zu besserem Pflanzenwachstum und dadurch zu weniger Nitrat im Wasser führt.

definiere "weniger Nitrat". Das klingt ehrlich gesagt etwas nach der guten, alten Nitratphobie. :)
Nicht böse gemeint.

Manche kriegen ja schon bei 10mg/l einen Koller.

Ich habe in so gut wie allen Becken eher das Problem, dass ich zu wenig Nitrat drin habe und nachhelfen muss, mit Ausnahme des Guppybeckens. :D
Meine Becken sind aber grundsätzlich ziemlich stark bepflanzt.

P.S.: Wer Nitratprobleme hat, sollte mal eine Monstera ins Becken wurzeln lassen ... eine richtige Nitratvernichtungsmaschine. :D
 
Puh, geschafft, alle 12 Seiten auf einmal gelesen. Mein erster Eindruck als blutiger Anfänger, und fleißiger Youtube-User, viele Wege führen nach Rom.

Allem voran möchte ich aber noch erwähnen, dass ich mich gerne in Internetforen bewege aber noch nie in einem Forum gelesen habe in dem derart hochachtungsvoll miteinander umgegangen wird.

Selten ist ein Hobby so vielfältig wie die Aquaristik und gibt es so viele Spielräume und Lösungsmöglichkeiten. Ich bin mir aber auch sicher dass hier auch die eigenen Einschätzungen, Definitionen, Zielsetzungen und Geschmäcker weit auseinandergehen. Was für den einen ein Pflanzenaquarium ist würde ein Anderer schon als Fischtank bezeichnen usw.

Was mir allerdings die letzten 12 Seiten etwas gefehlt halt ist eine gewisse Übersicht, also so konkrete Beispiele dass man ein Gespür dafür bekommt. Eine kurze Übersicht des jeweiligen Setups

- ich behaupte, dass Liquid Nature (hat seit heute übrigens ein neues Video genau zu diesem Thema online) auch Geringfilterung betreibt. Hohe Filterleistung, hoher Durchsatz, sehr geringe Filterstandzeiten von 4 Wochen, das wird sich keine großer Bakteriendichte aufbauen.

- ich behaupte, dass wenn ich z.B. meinen XXL Außenfilter von Aquael mit der Originalausstattung nehme, und lasse den auf 100% laufen und reinige den auch noch alle 4 Wochen, dann ist das nichts anderes als ne Strömungspumpe, also auch Geringfilterung

- bzgl. dem biologischen Filtermaterial wie Siporax oder Matrix z.B. wurde ja hier auch viel geschrieben, jedoch wurde nicht erwähnt wie es behandelt wird, es dürfte einen großen Unterschied machen, wieviel man in den Filter packt, wie stark es durchströmt wird und wie oft es "gewaschen" wird

- und dann dürfte es auch noch einen erheblichen Unterschied machen, welches Wasser ich durch den Filter schicke, das mit viel oder wenig Dünger, das mit viel oder wenig Sauerstoff usw. der Filter bzw. die Filterbiologie wird immer bestrebt sein sich anzupassen. Es ist kontraproduktiv viel zu düngen wenns mir der Filter wieder verbraucht, kostet nur Geld.

Mein Senf

Gruß Daniel
 
Daniel aber warum sollte man einen sehr großen Filter mit sehr viel biologischen FMaterial vollstopfen wenn man diese Wirkung gar nicht erzielen möchte? Dann reicht doch kleiner und vor allem mit weniger oder?
Findest Du das nicht paradox?
Ich schon. Aber ich habe noch nicht weiter drüber nachgedacht, worin ggf die Vorteile dessen bestehen. Vielleicht bringt mich jemand drauf, ich bin immer offen für andere Betrachtungsweisen.

Gruß Frank
 
Hey Daniel,

ich behaupte, dass wenn ich z.B. meinen XXL Außenfilter von Aquael mit der Originalausstattung nehme, und lasse den auf 100% laufen und reinige den auch noch alle 4 Wochen, dann ist das nichts anderes als ne Strömungspumpe, also auch Geringfilterung

unterschätz mal Bakterien nicht, vor allem deren Teilungsrate.
Selbst wenn du die Filtermaterialien alle 4 Wochen komplett desinfizierst, inklusive dem Filtertopf und -kopf, bist du da von "Geringfilterung" weit entfernt.

Oft sind zum Beispiel die Nitrifizierer nach gut 2 Wochen schon voll da ... und da reden wir von einem frischen Becken, nicht von einem, das schon länger betrieben wird.
Und auch Liquid Nature könnte nicht weiter von Geringfilterung entfernt sein.

Eine der Hauptaufgaben der Geringfilterung ist es, dass sich im Becken eine Biologie aufbaut. Ein vollbestückter Filter wird diese immer stören. Da kann sich ja überhaupt nichts aufbauen, weil direkt wieder der Filter mit der Oberfläche verfügbar ist. Die Bakterien gehen eben immer dorthin, wo es ihnen am besten gefällt.

Das heißt nicht, dass es nicht anders funktioniert. Mit Geringfilterung hat so ein Setup jedoch wenig zu tun, egal wie oft man es reinigt. Im Gegenteil, das ist eher ein konstantes, aktives Stören der Biologie.
 
Oben